Upskilling vs. Reskilling: Definition, Unterschiede und Nutzen

Upskilling vs. Reskilling: Wo ist der Unterschied?

Sehen wir uns an, wo der Unterschied liegt:

  • Upskilling vertieft vorhandene Kompetenzen. Die Person bleibt in ihrer Rolle oder ihrem Fachgebiet und wird darin besser. Jemand aus dem Marketing lernt zum Beispiel, KI-gestützte Analysewerkzeuge für die Kampagnensteuerung zu nutzen.
  • Reskilling baut ein völlig neues Kompetenzprofil auf, meist für eine andere Rolle oder Funktion. Ein Beispiel: jemand hat in der Buchhaltung gearbeitet, die Arbeit wird automatisiert, und die Person qualifiziert sich zur Fachkraft für Prozessautomatisierung um.

Das ist kein Streit um Begriffe. Hinter beidem steht eine andere Investitionsentscheidung:

UpskillingReskilling
ZielEine bestehende Rolle stärkenEine neue Rolle ermöglichen
ZeithorizontLaufend, in kleinen SchrittenProjektbasiert, oft mit Enddatum
AuslöserNeue Werkzeuge, steigende AnforderungenWegfallende Aufgaben, struktureller Wandel
Risiko, wenn nichts passiertProduktivität sinkt, das Team fällt zurückStellen fallen weg, Kündigung

Beide sollen dieselbe Lücke schließen. Ein Unternehmen hat am Ende die Kompetenzen, die es braucht. Und zwar mit der bestehenden Belegschaft, statt allein auf externe Einstellungen oder Entlassungen zu setzen. So kommt das Unternehmen mit Veränderung besser zurecht. Die Personalkosten sinken, und Mitarbeitende bleiben länger.

Was Upskilling und Reskilling bringen

Upskilling und Reskilling sind nicht nur eine Frage der guten Absicht. Beides ist messbar günstiger und verlässlicher als die Alternative. Und es verändert, wie Menschen ihre Arbeit erleben.

Für das Unternehmen

  • Günstiger als eine externe Einstellung. Jemanden weiterzuentwickeln, der bereits im Unternehmen arbeitet, kostet beim mittleren Gehalt etwa die Hälfte einer externen Einstellung. Bei besser bezahlten Rollen ist es bis zu viermal weniger.[1] Externe Einstellungen kosten außerdem 18 bis 20 % mehr, und sie liefern in den ersten zwei Jahren weniger als intern besetzte Rollen.[1]
  • Schneller bei voller Leistung. Wer intern wechselt, kennt das Geschäft, die Systeme und die Menschen schon. Eine extern eingestellte Person braucht rund zwei Jahre, bis sie das Unternehmen genauso gut kennt.[2]
  • Geringeres Risiko eines teuren Fehlgriffs. Wer von außen kommt, verliert die Stelle 61 % häufiger als wer intern in die Rolle gewechselt ist.[2]
  • Das Wissen bleibt im Unternehmen, der Nachfolge-Pool wird stärker. Kompetenz von innen aufzubauen senkt das Risiko, dass kritisches Wissen an einer oder zwei Personen hängt, die jederzeit gehen können.
  • Eine Belegschaft, die technologische Umbrüche abfedert. Derselbe Mechanismus, der heute die KI-Kompetenzlücke schließt, funktioniert auch beim nächsten Umbruch, ohne den Personalbestand jedes Mal komplett neu aufzubauen.

Für die Mitarbeitenden

  • Der Job bleibt sicher und gebraucht. Wenn eine Rolle überflüssig wird, können Mitarbeitende gegensteuern, statt nur zuzusehen. Dafür gibt es einen klaren Weg.
  • Deutlich höhere Bindung. 94 % der Mitarbeitenden sagen, sie würden länger in einem Unternehmen bleiben, wenn es in ihr Lernen und ihre berufliche Entwicklung investiert.[3]
  • Echte interne Mobilität. Wenn strategische Rollen und Kompetenzen im Unternehmen sichtbar sind, ist der Wechsel in einen anderen Bereich ein normaler Karriereschritt. Niemand muss dafür kündigen und sich von außen neu bewerben.
  • Anerkennung, die an echtem Fortschritt hängt. Wer das Gelernte anwendet, bekommt das in der Leistungsbeurteilung angerechnet, und nicht nur den abgeschlossenen Kurs.

Für Teams und Führungskräfte

  • Breiter qualifizierte Teams, die sich bei Ausfällen, Nachfragespitzen oder Umbauten gegenseitig vertreten.
  • Ein sichtbarer Nachfolge-Pool, damit die Roadmap eines Teams nicht ins Stocken kommt, wenn eine Person geht.
  • Effekte, die in Teamleistung und Bindung direkt sichtbar sind, sodass du weitere Investitionen nicht mit Anekdoten begründen musst.

Weiterlesen

Definitionen, Unterschiede und Nutzen zu kennen, ist nur der erste Schritt.

Unser Playbook für die Praxis zeigt dir, wie daraus ein System wird, das wirklich trägt. Darin stehen die größten Hürden bei Upskilling und Reskilling und was eine Einführung gelingen lässt.


Quellen

[1]: Lighthouse Research & Advisory: Reskilling kostet beim mittleren Gehalt etwa die Hälfte einer externen Einstellung und bis zu viermal weniger bei Rollen über dem Mittel; externe Einstellungen kosten 18 bis 20 % mehr und bleiben in den ersten zwei Jahren hinter der Leistung zurück, laut einer Untersuchung der Wharton School of Business, die im selben Beitrag zitiert wird.

[2]: Deloitte Review: Denise Moulton, Robin Erickson und Bill Cleary, “Are you overlooking your greatest source of talent?” (30. Juli 2018). „Es dauert typischerweise zwei Jahre, bis die Leistungsbeurteilungen einer extern eingestellten Person das Niveau einer intern besetzten erreichen.“

[3]: LinkedIn Learning Workplace Learning Report, wie von CNBC berichtet: 94 % der Mitarbeitenden sagen, sie würden länger in einem Unternehmen bleiben, wenn es in ihr Lernen investiert.

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